JULIA PLATZGUMMER
textile. art, research & education

Meine Hände sind meine Ohren.
Sie lauschen dem Material und was es uns zu erzählen hat. Durch genaues Hinsehen, Hineinfühlen, Befragen eröffnen sich die Geschichten der Dinge die uns umgeben. Das Subtile, das Nebensächliche, die natürlichen Rhythmen und Atmosphären – erst ein Innehalten ermöglicht es, sie zu lesen. Durch meine Arbeiten trete ich in den Dialog mit ihnen.

Ich arbeite an der Grenze zwischen dem Flüchtigen und dem Greifbaren. Spuren, welche erst durch den Prozess des Machens sichtbar werden: Grashalme, die sich in den Filz einschreiben. Licht, das Körperbewegungen einfriert, Rhythmen, welche die Hand auf dem Papier hinterlässt. Spuren von Herkunft, von Bewegung, von Anwesenheit und Abwesenheit. Ich denke durch Materialien, sie sind die Co-Autor*innen meiner Arbeiten.

Ob in textilen Installationen, Objekten oder fotografischen Serien – ich suche immer nach demselben: dem Moment, in dem etwas Unsichtbares plötzlich spürbar wird. Meine Arbeiten sind eine zärtliche Betrachtung und ein poetisches Herantasten an die kleinen und großen Zusammenhänge des Lebens.

Dabei steht der Mensch selten im Zentrum. Mich interessieren alle Lebewesen, die sich diesen Planeten mit uns teilen – als gleichwertige Bewohnende und Konstruierende von Bedeutung. Ökologisches Denken ist meine Grundhaltung, aus der heraus ich arbeite.

Zartes Beobachten. Im Kleinen das Große finden.